Anreise:Stuttgart - gemeinsame Zugfahrt um 8.15 von Gleis 13, Hauptbahnhof
Karlsruhe - Busfahrt, Infos und Karten unter
antifaka.blogsport.de und im Infoladen
Freiburg - Busfahrt, Infos unter: freiburg [at] antifaschistische-aktion.net
Region Bodensee - gemeinsame Zugfahrt, Infos unter: nixspam.aa_rv [at] gmx.de
Schwäbisch-Gmünd - Busfahrt, Karten auf der Infoveranstaltung am 23.4.
Infoveranstaltungen:Karlsruhe - 21.4. um 19.30Uhr in der Victoriastr.12 (Hinterhaus) hier sind auch Buskarten erhältlich
Schwäbisch-Gmünd - 23.4. um 19.30Uhr im Esperanza, Benzholzstr.8
Stuttgart - 29.4. um 19.00Uhr im
Subversiv, Burgstallstr.54, Stuttgart-Heslach
Kirchheim-Teck -
27.3. im Jugendhaus Linde, Uhrzeit folgt noch
Mobilisierungsparty:
Lindau - 18.4.
Club Vaudeville, Von Behring Str. 6-8
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Aufruf des Antifaschistischen Aktionsbündnis Baden-Württemberg (AABW)
Den Naziaufmarsch am 1. Mai in Ulm verhindern!Am 1. Mai planen die faschistische NPD und deren Jugendorganisation JN zusammen mit Nazigruppen aus ganz Süddeutschland, in Ulm einen Nazi-Großaufmarsch durchzuführen.
Die geplante Demonstration wird an diesem Tag zusammen mit einem NPD Aufmarsch im niedersächsischen Hannover eine der zentralen Großveranstaltungen von Nazis aus dem gesamten Bundesgebiet sein. Es steht uns also eine Nazimobilisierung bevor, die die Ausmaße bisheriger Aufmärsche in der Region bei weitem überschreitet.
Dabei ist es kein Zufall, dass die süddeutschen Nazis sich gerade Ulm als den Ort zur Durchführung eines solchen menschenverachtenden Massenauflaufes ausgesucht haben.
In Ulm und insbesondere in dessen Umland bis hin zur Bodensee Region, sammelt sich schon seit langem ein enormes Potenzial faschistischer Kräfte. Die Nazis treten hier selbstbewusst und aktionistisch auf, schüchtern gezielt Linke, AntifaschistInnen, MigrantInnen und alternative Jugendliche ein und greifen geradezu regelmäßig politische GegnerInnen und Menschen, die nicht in ihr beschränktes Weltbild passen, gewalttätig an. Neben der aktiven Lokalgliederung “NPD Neu-Ulm”, sticht dabei besonders der JN “Stützpunkt” Ulm/Heidenheim als Struktur jüngerer und aktionsorientierter Nazis hervor. In dieser NPD Jugendstruktur sammelt sich in erster Linie das Spektrum rechter Schläger, die gleichzeitig in den offen neonazistischen “Aktionsgruppen” der Region agieren, hier jedoch die strukturellen und finanziellen Möglichkeiten der Parteigliederung mitnutzen können, während die Partei von einem hochaktiven Jugendverband profitiert. Mit dem geplanten Großaufmarsch wird versucht eben dieses Potenzial nach innen und nach außen zu stärken, zu konzentrieren und zu erweitern.
Es ist genausowenig Zufall, dass die Nazis in Zeiten offener kapitalistischer Krise, zunehmend aufklaffenden sozialen Widersprüchen und wachsender Protestbewegung, gerade den 1. Mai als Tag für das massenhafte Auftreten und Verbreiten ihrer Hetze nutzen. Seit dem 1. Mai 1889, dem Tag kämpferischer und blutig niedergeschlagener Arbeiteraufstände in Chicago, gilt dieser Tag international als Kampftag der ArbeiterInnenklasse, an dem gemeinsam für die sozialen Rechte der Lohnabhängigen und perpektivisch für eine solidarische und befreite Gesellschaft eingestanden wird. An diesem symbolischen Tag werden sämtliche fortschrittliche soziale und politische Kämpfe, z.B. gegen Krieg, Sozialabbau oder eben gegen Faschismus, zusammengeführt, um zusammen für eine Zukunft frei von Ausbeutung und Unterdrückung zu demonstrieren.
Abgesehen davon, dass von Beginn dieser Tradition an versucht wurde, die gestellten Forderungen auf punktuelle Verbesserungen der Situation der Lohnabhängigen herunterzudrücken und dass dieses Herangehen der etablierten gesellschaftlichen Kräfte auch heute noch überhand hat, ist auffallend, dass die Nazis auch schon historisch versucht haben, den Tag für sich zu vereinnahmen und mit ihrer, alles andere als fortschrittlichen, Ideologie zu belegen.
1933, 2 Monate nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten, wurde der internationale Kampftag der ArbeiterInnenklasse unter der Losung “Tag der deutschen Arbeit” von den Nazis zum nationalen Feiertag umgemodelt. Ein Tag später wurden die Gewerkschaften zerschlagen und die Selbstorganisation der Interessen der Lohnabhängigen für das weitere Bestehen des Regimes verhindert. Einerseits sollte durch die Übernahme des 1. Mai, wie auch durch vielerlei ähnliche Maßnahmen, versucht werden, die Rhetorik und Symbolik linker und fortschrittlicher Kräfte für sich vereinnahmen und so die ArbeiterInnenbewegung und all jene, die sich in diesem System keine Zukunft mehr vorstellen konnten, für sich zu gewinnen. Auf der anderen Seite wird mit der Umbenennung in “Tag der deutschen Arbeit” und dem Angriff auf Gewerkschaften deutlich, für was die Nazis und ihr Regime eigentlich standen: Lohnarbeit und Leistung werden neben der rassistischen, antisemitischen und nationalistischen Grundhaltung zu den Leitprinzipien der neuen Gesellschaftsordnung erklärt.
Während die Arbeits- und Lebensbedingungen sich mit dem Bestehen des Regimes zunehmend verschlechterten, wurden die Menschen, nach dem konsequenten Sozialdarwinismus der Nazis, je nach Leistungserbringung zur optimalen Verwertung und Hierarchisierung der Gesellschaft, in lebenswert und -unwert eingeteilt. Das deutsche Kapital profitierte dabei größtenteils von diesen neugeschaffenen Verhältnissen, die Zwangsarbeit und die scheinbar unendliche Ausbeutung der Arbeitskraft garantierten.
Die Ideologie des Arbeitsfetischismus der Nazis ist untrennbar mit einem vernichtenden Antisemitismus verbunden. Diese Denke fußt auf abstrusen Weltverschwörungstheorien, die zur einfachen und folgenreichen Erklärung der komplexen wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse herhalten sollen. So wird hinter jeglichen negativen Auswirkungen des globalen Wirtschaftssystems, ein herbeihalluziniertes “raffendes Finanzjudentum” ausgemacht, das den genauen Gegensatz und direkten Feind des erwähnten “schaffenden” deutschen Kapitals darstellen soll. Dass Realwirtschaft und Finanzsektor sich im Kapitalismus prinzipiell gegenseitig bedingen, unaufhebbar miteinander verzahnt sind und internationale wirtschaftlich Tendenzen wie die Globalisierung nichts sind, was einzelne mal eben hervorbringen oder steuern könnten, scheint den Nazis bei ihrer irrationalen Argumentation egal zu sein. Unvergessen bleibt jedoch, wie diese Ideologie vor knapp 70 Jahren, im Zusammenhang mit Weltkrieg und einhergehender Radikalisierung, zur Shoa, des Massenmordes an über 6 Millionen Jüdinnen und Juden aus ganz Europa geführt hat.
Wir können nicht zulassen, dass Gedankengut, welches auf die Ausgrenzung und Vernichtung von Menschen, wie auch auf die unerträgliche Verschärfung und Zuspitzung der gesellschaftlichen Verhältnisse abzielt, auch nur einen Millimeter Platz in der Öffentlichkeit zugestanden wird.
Naziaktivitäten nehmen bundesweit zu, Angstzonen etablieren sich und die Naziszene befindet sich mit der NPD als vielversprechendes Sammelbecken für FaschistInnen aller Couleur auch strukturell im Aufwind.
In diesem Zusammenhang ist es unbedingt notwendig, jegliches offene Auftreten der Nazis mit konsequentem antifaschistischen Widerstand zu beantworten, ihnen keinen weiteren Erfolg zu gönnen und deutlich zu machen, dass wir keine schleichende Normalisierung dieser unerträglichen Zustände hinnehmen.
Wir werden alles daran setzen, den Großaufmarsch der Nazis in Ulm zu stören, zu blockieren und zu verhindern. Dabei werden wir alle Mittel einsetzen, die wir für notwendig halten, um den Nazis effektiv entgegenzutreten. Gemeinsam und durch vielfältigen, kreativen Widerstand, durch das Blockieren der Naziroute und entschlossenes, massenhaftes Auftreten überall in der Stadt, können wir den Naziaufmarsch zum Reinfall machen.
Weder die Polizei, die Zuständigen für den reibungslosen Ablauf der Nazigroßveranstaltung, noch sonstige Ordnungskräfte können uns vorschreiben, wie unser Protest an diesem Tag auszusehen hat.
Es gilt allein ein solidarisches Miteinander aller GegendemonstrantInnen zu bewahren, in dem verschiedene Aktions- und Protestformen ihren Platz haben.
Wir werden aufeinander achten und den Nazis gemeinsam kein Durchkommen lassen.
¡No Pasaran!
Nazis auf den Müllhaufen der Geschichte!
Antifa-Block auf der Ulmer DGB-Demo: 10.00Uhr "Weinhof"