Den Naziaufmarsch am 4. September in Dortmund verhindern!

Das 6. Jahr in Folge nun planen Nazis aus dem Spektrum der selbsternannten "Autonomen Nationalisten" anlässlich des Antikriegstages am 1. September einen Aufmarsch in Dortmund durchzuführen. Zynisch versuchen die Faschisten so den antifaschistischen und antimilitaristischen Gedenktag, an dem an den Angriff Nazideutschlands auf Polen am 1. September 1939 erinnert wird, mit ihrem antisemitischen, rassistischen und völkischen Gedankengut zu füllen und zu vereinnahmen. Nach einer starken bundesweiten antifaschistischen Mobilisierung letztes Jahr, werden wir uns dieses Mal gemeinsam mit zahlreichen antimilitaristischen und antifaschistischen Gruppen die Verhinderung der faschistischen Selbstdarstellung nicht nehmen lassen!

 

Der Antikriegstag ist und bleibt antifaschistisch! Beteiligt euch an der antifaschistischen Busfahrt aus Stuttgart nach Dortmund!

Mit der diesjährigen Mobilisierung nach Dortmund wollen wir an den Erfolg der letztjährigen Busmobilisierung nach Dortmund, wie auch an die Erfahrungen der antifaschistischen Großmobilisierung nach Dresden im Februar diesen Jahres anknüpfen. Vor Ort sollen organisierte Massenblockaden den faschistischen Aufmarsch zum Reinfall machen - am 13. Februar in Dresden hat sich gezeigt, dass dieses Konzept verbunden mit Aktionen auf verschiedenen anderen Ebenen zu greifbaren Erfolgen führen kann. Also: Auf ein Neues!  

 

Aufruf

Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg! - Den Naziaufmarsch zum Antikriegstag in Dortmund verhindern!

Der Antikriegstag am 1. September hat sich seit seiner Ausrufung im Jahre 1957 in weiten Teilen Europas zu einem zentralen Datum der stets aktuellen Erinnerung an die Gräuel des imperialistischen Krieges entwickelt.

Am 1. September 1939 überfiel das faschistische Deutschland Polen und entbrannte damit den unvergleichlich zerstörerischen und leidbringenden 2. Weltkrieg - Heute soll uns der Jahrestag des Angriffes jährlich zur Mahnung dienen und weiterhin die Wichtigkeit eines tatkräftigen Engagements gegen Faschismus und Krieg aufzeigen.

Seit 6 Jahren nun versuchen vor allem jüngere und aktionsorientierte Nazis in Dortmund diesen Tag unter der heuchlerischen Losung "Nationaler Antikriegstag" mit ihren menschenverachtenden Inhalten zu füllen und durch jährlich anwachsende Aufmärsche zu vereinnahmen. Mittlerweile ist der Aufmarsch in Dortmund zu einem der größten regelmäßigen Anlaufpunkte für Faschisten aus dem ganzen Bundesgebiet und anderen europäischen Ländern geworden. Sehr schnell wird deutlich, dass dieses Treiben mit wirklicher Kriegsgegnerschaft nichts zu tun hat: In den Aufrufen werden globale Kriege durch stumpfe antisemitische, antiamerikanische und völkische Hetze erklärt, während die Aufmärsche selber maßgeblich zur Verherrlichung der beiden durch und durch militaristischen Weltkriegsprovokateure - des Deutschen Kaiserreiches und des deutschen Faschismus - dienen.

Der antifaschistische Anspruch, der die Grundvoraussetzung einer jeden fortschrittlichen Antikriegsbewegung sein muss, soll so untergraben und der eigentliche Ursprung des Antikriegstages verschleiert werden. Wir werden nicht zulassen, dass die geistigen Erben eines Regimes der terroristischen Ausbeutung und Unterdrückung, der rassistischen Vernichtungspolitik und des aggressiven imperialistischen Krieges ihre zynische Hetze dieses Jahr erneut auf die Straße bringen können!

Im letzten Jahr verdeutlichten über 3000 bundesweit angereiste AntifaschistInnen und AntimilitaristInnen den Nazis in Dortmund, dass sie bei ihren Vereinnahmungsversuchen von nun an mit massiver Gegenwehr zu rechnen haben. Mit der Blockade des Nazigroßaufmarsches am 13. Februar diesen Jahres in Dresden hat die antifaschistische Bewegung gezeigt, dass es möglich ist, die Großevents der Nazis gemeinsam zu blockieren. Auch in Dortmund werden wir den Nazis dieses Jahr mit Massenblockaden und Aktionen auf verschiedenen Ebenen eine ungestörte Propagandashow verunmöglichen!

Beteiligt euch an der antifaschistischen Busfahrt aus Stuttgart nach Dortmund!

UnterstützerInnen: Antifaschistische Aktion (Aufbau) Stuttgart, AGIF (Föderation der Arbeitsimmigranten aus der Türkei in Deutschland), Arbeitskreis Internationalismus Stuttgart, OTKM Stuttgart, Antifaschistisches Aktionsbündnis Stuttgart und Region, Linksjugend ['solid] Baden-Württemberg, ver.di Jugend Stuttgart, Libertäres Bündnis Ludwigsburg, Antifaschistische Initiative Leonberg [AIL], Offenes Antifaschistisches Bündnis Kirchheim [OAB-K], Revolutionäre Aktion Stuttgart

 

Die Situation vor Ort

Naziaufmarsch

Die Nazis werden am 4. September vorraussichtlich um 12:00 Uhr am Dortmunder Hauptbahnhof ihren Aufmarsch in die Dortmunder Nordstadt beginnen. Die faschistische Mobilisierung ist momentan mit bundesweiten Mobilisierungsveranstaltungen und allerlei, in den Kontext des 4. September gestellten, kleineren Aktiönchen in und um Dortmund, in vollem Gange. Den Höhepunkt der Vorfeldaktivitäten soll eine faschistische Vorabendkundgebung mit Auftritten der Rechtsrockbands Projekt Vril und Libertin am Freitag dem 3. September vor dem Dortmunder Hauptbahnhof darstellen. 

Gegenaktivitäten

Am 4. September werden zahlreiche Zusammenschlüsse mit verschiedenen Veranstaltungen in der Öffentlichkeit gegen den Naziaufmarsch protestieren: Der Stadtjugendring plant eine Fahrraddemo durch die Innenstadt, der Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus kündigt eine Kundgebung in räumlicher Nähe zum Naziaufmarsch an und die Stadt Dortmund selber stellt ein Friedensfest im Stadtteil Dorstfeld in Aussicht - ein Stadtteil, das durch massive faschistischer Präsenz und zahlreiche faschistische Angriffe auf MigrantInnen und Linke an Bekanntheit gewonnen hat.

Das im letzten Jahr initiierte breite antifaschistische Bündnis "Dortmund stellt sich quer" kündigt nach dem letztjährig gescheiterten Demonstrationskonzept nun an, den diesjährigen Aufmarsch mit Massenblockaden verhindern zu wollen und bezieht sich dabei auf erfolgreiche antifaschistische Großmobilisierungen wie den diesjährigen 13. Februar in Dresden, und die Blockade des geplanten Rassistenkongresses in Köln im September 2008. Diesem Ansatz schließen wir uns gemeinsam mit zahlreichen linken, antifaschistischen und antimilitaristischen Gruppen, Organisationen und Einzelpersonen aus dem gesamten Bundesgebiet an und hoffen auf einen vielschichtigen und entschlossenen Widerstand auf allen notwendigen Ebenen. Das Bündnis "Dssq" stellt am Tag des Aufmarsches zudem antifaschistische Infrastruktur in Form eines Ermittlungsausschusses, eines Live-Tickers und eines Infotelefons.

Das vor allem auf Teile der linksradikalen Antifaszene fixierte "S4-Bündnis" kündigt an, am Tage des Aufmarsches mit einer antifaschistischen Demonstration präsent zu sein.

Links: http://dortmundquer.blogsport.de, http://antimildortmund.blogsport.de

 

Busfahrt und Mobilisierung

Wir werden in der Nacht zum Samstag in Stuttgart losfahren, um bereits am frühen Morgen an den Gegenaktivitäten zum Naziaufmarsch in Dortmund teilnehmen zu können.

Dieses Jahr wird das neue Linke Zentrum Lilo Hermann in Stuttgart Heslach (Böblingerstr. 105, checkt: www.isz-stuttgart.de) am Freitag abend ab 20:00 Uhr Anlaufpunkt für alle mitfahrenden AntifaschistInnen sein. Dort wird es neben einer tollen veganen Vokü ein kleines Abendprogramm und letzte Infos zum Ablauf des Folgetages geben.

 

Karten für die Busfahrt aus Stuttgart sind ab jetzt im Infoladen Stuttgart (Im sozialen Zentrum Subversiv, Burgstallstr. 54, 70199 Stuttgart) erhältlich und kosten 15 Euro.

Unter der Mailadresse: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. können Karten bereits verbindlich reserviert werden.

Neben uns fährt aus Baden-Württemberg ein Bus aus Freiburg nach Dortmund um die antifaschistischen Gegenaktivitäten vor Ort zu unterstützen. Infos dazu findet ihr auf der Seite der GenossInnen der Antifaschistischen Linken Freiburg  (http://alfr.blogsport.de)

 

Veranstaltungen zur eigentlichen Bedeutung des Antikriegstages, zu den Hintergründen der vermeintlichen Kriegsgegnerschaft der Faschisten, zu der Entwicklung der Proteste vor Ort und den diesjährigen Rahmenbedingungen der Gegenaktivitäten:

Montag, 23. August, 19:00 Uhr, Volkshaus Kirchheim/Teck (Alleenstr. 92, 73230 Kirchheim/Teck)

Donnerstag, 26. August, 19:00 Uhr Subversiv Stuttgart (Burgstallstr. 54, 70199 Stuttgart)

Freitag, 27. August, 18:00 Uhr Beatbaracke Leonberg (Neue Ramtelstraße 58, 71229 Leonberg)